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Jamiroquai - High Times: Singles 1992-2006 (2 LP)


Platteninformationen: „High Times“
veröffentlicht auf Vinyl 2022,
Do-LP in Black Vinyl, 33 rpm, 180 g,
Gatefold-Hülle, bedruckte Innenhülle mit Bild und Infos
Label: Sony
Genre: Acid-Jazz
Preis: ab 30,- EUR
Musik 1-2; Klang 2; Vinyl 2
„Jamiroquai ist eine international erfolgreiche britische Acid-Jazz-Band. Der Name Jamiroquai setzt sich zusammen aus "jam" für die Musik, die Jamiroquai machen, und "iroquai" für den Stamm der Irokesen, mit deren Philosophie der Bandleader Jay Kay sich identifiziert.
Jamiroquai entstand Ende der 1980er im Zuge der Acid-Jazz-Bewegung in London, nachdem Jay Kays Bewerbung als Sänger der Brand New Heavies gescheitert war.
Jamiroquais erste Single "When You Gonna Learn?" wurde 1992 auf dem Independent-Label Acid Jazz von Gilles Peterson veröffentlicht. Ihr erstes Album "Emergency on Planet Earth" erschien 1993 (in Zweitveröffentlichung) auf Sony, die Jamiroquai für 8 Alben verpflichteten. Bereits 1994 legte die Band die zweite Platte "The Return of the Space Cowboy" nach.“ (Infos von Acid Jazz Radio)
Die Band startete 1992 mit Jason „Jay“ Kay (Gesang), Stuart Zender (Bass), Toby Smith (Keyboard) und Nick Van Gelder (Schlagzeug). In den folgenden Jahren wechselte die Besetzung immer wieder. Die ersten fünf Alben zwischen 1992 und 2001 landeten in Großbritannien allesamt auf Platz 1 oder 2 der Albumcharts. „Synkronized“ aus dem Jahr 1999 schaffte sogar in Deutschland den Sprung an die Spitze der Charts.
Der Ansatz, die Bandgeschichte chronologisch abzubilden, funktioniert gut. Die Single-Auswahl verteilt sich dabei nicht gleichmäßig über die Alben – stattdessen greifen die Herausgeber gezielt zu den echten Filetstücken.
Gut so.
So entsteht eine überzeugende Werkschau der Londoner, die sich hervorragend am Stück hören lässt. Jamiroquai-Alben liefern zwar regelmäßig große Hits, sind aber nicht immer randvoll mit durchgehend starken Songs – was angesichts der Experimentierfreude der Band auch kaum überrascht. Genau hier spielt „High Times“ seine Stärke aus: Für Fans von Funk und Acid Jazz ist diese Sammlung ein Geschenk. Egal ob im Auto, beim Kochen oder bei der Grillparty mit Freunden – diese Musik sorgt durchgehend für gute Laune.
Da es sich bei dieser Compilation ausschließlich um Singles handelt soll, kann ich die Diskussion über den Sound des Albums und den Vergleich mit den jeweiligen Albensounds nur bedingt nachvollziehen. Singles werden häufig anders abgemischt als ihre Albumversionen und zudem oft gekürzt.
Das deznete Remastering von Tom Coyne – bereits für die CD-Version von 2006 erstellt – überzeugt auch hier. Die Tracks klingen frisch, druckvoll und angenehm entschlackt.
Natürlich habe ich auch den Vergleich mit einer Albumversion gewagt. Als Referenz diente „Cosmic Girl“ von der Doppel-LP Travelling Without Moving aus dem Jahr 1996. Und tatsächlich: Der Klang unterscheidet sich hörbar. Während der Pegel identisch ist, wirkt die Albumversion insgesamt wärmer. Jay Kays Stimme besitzt etwas mehr Volumen und Körper, dafür erscheint die Abbildung auf der Compilation einen Hauch transparenter.
Einen wirklichen Grund, auf den Kauf zu verzichten, liefert dieser Unterschied allerdings nicht. Wer die maßgeblichen Albumveröffentlichungen von Jamiroquai ohnehin bereits im Regal stehen hat, wird vermutlich kaum zu High Times greifen. Für alle anderen jedoch bietet diese Doppel-LP ein gelungen zusammengestelltes Best-of, das den unverwechselbaren Groove der Band treffend einfängt und einen überzeugenden Überblick über ihre stärksten Momente liefert.